SPITZWECK – ABOUT
ABOUT

MARTIN SPITZWECK
ENGLISH

The beauty of the remaining white: motifs emerge, seemingly floating, from the white surface of the canvas. This creates depth and transcendence that extend beyond the picture itself. Spitzweck's work is characterized by an unconditional focus on the essential. Furthermore, his pieces leave ample room for imagination, oscillating between figuration and abstraction.

 

Martin Spitzweck draws on large sheets of paper. This results in almost breathy, poetic brush drawings that move between ephemeral fleetingness and concentrated devotion.

 

Despite his virtuosity as a draughtsman, Martin Spitzweck is not interested in creating a lifelike portrait, but rather in the subject matter, in terms of content, visualisation and far beyond: the gaze. Initially, it is the artist's gaze that triggers the shutter. But then it is above all the gaze of the other person with whom the viewer is confronted: SEE ME. This gazing eye is multiplied in Martin Spitzweck's works - and these eyes often reflect conflicting feelings, such as fear and longing, devotion and shyness, doubt and confidence. Every gaze is the gaze of a living creature and its inescapable individuality, waiting to be recognised.

 

In the drawings, the gaze detaches itself from the individual, becomes the subject of the picture itself, meanders across the picture surface, looks out of the picture, begins to embrace other gazes, to dance with other gazes, unites with them to form new formations, piles up into acrobatic pyramids of gazes, withdraws into a quietly observing pose, submits to the style of the brush to the point of renouncing presence, leaves the decision about empty spaces, about form and the dissolution of form to the draughtsman - and yet

remains a gaze, longing, appraising, questioning, devoted - just as the artist's gaze, which we do not see except in what we see, is devoted, devoted, full of love.

 

Writing accompanies the process – in parallel, he creates artist's books such as DREAMING DREAMS for the Bavarian State Library, song lyrics and poetry.

Roberta De Righi; Franz Schneider

ABOUT
MARTIN SPITZWECK
DEUTSCH

Die Schönheit des übriggebliebenen Weiß : Motive tauchen schwebend aus der weißen Fläche des Malgrunds auf. So entstehen Tiefe und Transzendenz, die über das Bild hinausweisen. Die unbedingte Konzentration auf das Elementare funktioniert bei M. Spitzweck. Darüber hinaus lassen seine Arbeiten viel Platz für Imagination, pendeln zwischen Figuration und Abstraktion.

 

Ausgangspunkt von Martin Spitzwecks Arbeiten ist oft ein Foto von Menschen an Orten des Übergangs, wie U-Bahnstationen. Seine Zeichnungen wirken, als hätte der Künstler diese Begegnungen mit dem festgehalten, was ihm spontan zur Verfügung stand - Obstsaft auf Papier, eine schnell verrinnende Zeichnung im Sand; Und doch zeugen sie von einem innigen Wahrnehmungsmoment, der sich auf dem Papiermultipliziert und in einer komplexen Komposition eskaliert.

 

Es geht ihm nicht um naturgetreue Porträts, Thema ist immer wieder der Blick, in ihm spiegeln sich zwiespältige Gefühle, wie Angst und Sehnsucht, Hinwendung und Scheu, Zweifel und Zuversicht. Jeder Blick ist der Blick eines lebendigen Geschöpfes und dessen unhintergehbarer Individualität, die darauf wartet, erkannt zu werden. SEE ME.

 

Der Blick überlässt dem Zeichner die Entscheidung über Leerstellen, Form und Auflösung von Form, bleibt sehnsüchtig, abschätzend, fragend, wund.

Martin interessiert sich für den „Wounded Spot“, ein Detail, einen kleinen Schnitt, der ihn trifft und berührt.

 

Schreiben begleitet die künstlerische Praxis - parallel entstehen Künstlerbücher wie DREAMING DREAMS für die bayerische Staatsbibliothek, Songtexte und Lyrik.

 

Roberta De Righi; Franz Schneider

der wald ein reissverschluss zum Himmel der regen der bäume

manchmal zugenäht zugezogen das schliessende grün schützend wie

eine schädeldecke die verschlossenheit einer Landschaft die sich öffnet

wie ein mantel sich öffnet der see am talgrund die taschen voller steine

die hände in den taschen gehe ich als mönch als bettler an gehöften

vorbei stadeln gevierte vierecke des wahnsinns gehöfte des glücks

schattenpunkte die glänzende rechnerei der regentropfen im gras

schnittstellen von schatten das Dreieck der regenrinne glänzende tropfen

im gras unzählige perlen einer rechnung

eine kuh im hellen hellwach die helle kuh dort die hellen Worte und

ein freund der sie sieht die hellen worte an der unterseite der Blätter

schatten schatten an der unterseite der pflanzen die hellen worte

die schatten darunter an der unterseite der pflanzen die bäume tannen

getunkt ins schwarze getuschte stellen brechen auf saugen dich ein

ziehen nehmen dich mit in den wald einer endlosen nacht

am helllichten tag geht die welt kaputt rutscht dir davon windung des

wegs die nahtstelle der liebe ich finde dich

 

Martin Spitzweck

Song for the exhibition: SEE ME

Music: Helene Granon, Colette Cendre

Lyrics: M.Spitzweck

Song for the exhibition: WOUNDED SPOT

Music: Helene Granon, Colette Cendre

Lyrics: M.Spitzweck

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